Konservendosen werden zum Schutz vor Korrosion - mit den damit verbundenen Übergängen auf das verpackte Lebensmittel - auf der Innenseite beschichtet. Ein gängiges Beschichtungssystem ist Epoxy­phenolharz auf der Basis von Bisphenol-A (BPA). Beim Aushärten der Beschichtung können unbeabsichtigt Reaktionsnebenprodukte entstehen, wie insbesondere Cyclo-di-BADGE (CdB), das cyclische Kondensations­produkt von BPA und Bisphenol-A-diglycidylether (BADGE).

In der Vergangenheit waren bereits in diversen Laboratorien der amtlichen Überwachung hohe Befunde an CdB in Fisch-in-Öl und Kokosmilch, die in Dosen verpackt waren, aufgefallen. Nun sollten im CVUA-MEL Dosen­konserven mit Lebensmitteln, welche üblicherweise in größeren Mengen verzehrt werden (Eintöpfe, Suppen), mit einer speziell für diese Matrix entwickelten Methode untersucht werden.

3-MCPD (3-Monochlor-1,2-propandiol) und 1,3-DCP (1,3-Dichlor-2-propanol) gehören zur Gruppe der Chlorpropanole und sind als gesundheitlich unerwünschte Kontaminanten in Lebensmitteln, die einer Hydrolyse mit Salzsäure unterzogen werden (z.B. Sojasauce), bekannt. Sie können aber auch als Kontaminanten in Papier vorkommen. Kommt das Papier mit feuchten Lebensmitteln in Kontakt, gehen die Chlorpropanole leicht darauf über. Im CVUA-MEL wurde festgestellt, dass die sich großer Beliebtheit erfreuenden Muffinförmchen häufig mit größeren Mengen dieser Stoffe belastet sind. Doch die Untersuchungen führten auch im Hinblick auf das Migrationsverhalten der Stoffe zu unerwarteten Erkenntnissen.

Für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Rückstandsanalytik von Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) wurde dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) der Arne Andersson-Award verliehen. Die Auszeichnung wurde am 05.12.2017 im Rahmen eines Workshops des Europäischen Referenzlabors übergeben.

Das Thema Mikroplastik hat inzwischen großes öffentliches Interesse erlangt. Neben Forschungseinrichtungen aus dem marinen Umfeld befassen sich nicht nur zahlreiche Organisationen, Forschungseinrichtungen und Umweltverbände mit der Problematik der mikroskopisch kleinen Kunststoffteilchen, sondern inzwischen auch der Verbraucherschutz und die Politik.
Auch am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) wird seit Ende 2015 in einer Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Mikroplastik untersucht. Im Fokus: Lebensmittel und Kosmetika. Die erste Studie zu Mikroplastik in Mineralwasser zeigt, dass uns das Thema direkter betrifft, als bisher angenommen.