Im Fachbereich Tiergesundheit werden Tierkörper, Organe, Blut-, Kot-, Milch- und sonstige Proben auf vielfältige Weise untersucht.

Neben Bestandsuntersuchungen oder Einzeltieruntersuchungen steht auch das öffentliche Interesse in diesem Fachbereich an vorderer Stelle: z. B. bei der Diagnostik oder dem Ausschluss von Tierseuchen und Tierkrankheiten; bei Untersuchungen auf Erkrankungen, die auch auf den Menschen übertragbar sind, den sog. Zoonosen; bei Tierschutzfällen; bei Untersuchungen von Tierbeständen, die gesunde Lebensmittel produzieren sollen (Stichwort „farm to fork“ oder „from stable to table“).

Was tun die unterschiedlichen Arbeitsgebiete zur Klärung der verschiedensten Fragestellungen?

Pathologie/Histologie:

Pathologisch-anatomische Untersuchungen an Tierkörpern und Organen erbringen erste wichtige und aussagekräftige Hinweise auf die Krankheits- und Todesursache. Die histologischen Untersuchungen von Gewebeschnitten mittels Mikroskop vertiefen die Eindrücke aus der vorangegangenen pathologisch-anatomischen Begutachtung.

Bakteriologie/Mykologie:

Sind bakterielle Erreger oder Pilze beteiligt, so dienen kulturelle Verfahren, wie sie im Arbeitsgebiet Bakteriologie/Mykologie angewendet werden, dazu, diese anzuzüchten. Mit klassischen Differenzierungsmethoden und modernsten Technologien (bspw. dem MALDI-TOF-MS-Verfahren) werden die isolierten Bakterien und Pilze identifiziert. Mit der Erstellung eines Antibiogrammes kann geklärt werden, welche Antibiotika gegen das identifizierte Bakterium wirksam sein können und welche resistent, also unwirksam, sind.

Virologie incl. molekularbiologischer Diagnostik:

Auch im Arbeitsgebiet Virologie können Erreger, in diesen Fällen Viren, angezüchtet und mit unterschiedlichen Techniken kenntlich gemacht werden.
Der Bereich Molekularbiologie stellt seit einigen Jahren ein wichtiges Element in der diagnostischen Veterinärmedizin des CVUA-MEL dar. Mit Hilfe der PCR-Diagnostik, bei der Teile des Erbgutes von Viren und Bakterien identifiziert werden, können unterschiedliche Proben auf eine Vielzahl von Erregern auf schnelle Art und Weise untersucht werden.

Immunologie/Serologie:

Die Untersuchung von Blut- und Milchproben auf Antikörper gegen Viren und Bakterien, die das Arbeitsgebiet Immunologie durchführt, ist ebenfalls ein wichtiges diagnostisches Instrument bei der Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung von Tierseuchen- und krankheiten (Beispiel BHV-1 oder Infektiöse Anämie der Einhufer oder Schweinepest).

Parasitologie:

Abgerundet wird das Angebot an diagnostischen Möglichkeiten durch die Untersuchungstechniken der Parasitologie, mit Hilfe derer die Identifizierung von Parasiten von der Laus bis zum Spulwurm möglich ist.

Darüber hinaus werden bspw. Organe von Schlachttieren auf Hemmstoffe (z. B. Antibiotika) untersucht, die hauseigene Nährbodenküche stellt eine Vielzahl von Nährmedien dar oder weitere Fachbereiche des Hauses untersuchen Proben aus dem Arbeitsgebiet Pathologie auf toxikologisch wirksame Stoffe.
Wir möchten wie in der Vergangenheit auch in der Zukunft kompetenter Ansprechpartner für Landwirte, Tierbesitzer, Tierärzte aus Praxen und Behörden und von weiteren Interessensgruppen sein und mit dieser Breite an Untersuchungsmöglichkeiten dem Schutz der Tiergesundheit dienen.


Annahmezeiten 

Unsere Annahmezeiten für Sektionstiere und das diagnostische Probenmaterial sind:

montags bis freitags:
von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr.

Annahme von Untersuchungsmaterial erfolgt im Dienstgebäude über den Eingang

Albrecht-Thaer-Straße 19,
48147 Münster.

Wegbeschreibung

Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie, Tiere bzw. Tierkörper telefonisch anzukündigen (0251/98210, montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr).

Selbstverständlich ist eine Annahme außerhalb der oben genannten regulären Zeiten in besonderen Fällen bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung (z.B. in Seuchenverdachtsfällen) möglich. In diesen Fällen wenden Sie sich bitte an das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Ihres Kreises bzw. Ihrer Stadt.

Untersuchungsantrag / Begleitschreiben

Untersuchungsanträge für Sektionstiere können vor Ort ausgefüllt werden oder sollten dem Tierkörper (getrennt von diesem verpackt) beigelegt sein. Bei komplexen Fragestellungen ist ein Begleitschreiben des behandelnden Tierarztes hilfreich.

Bitte fügen Sie sonstigem Untersuchungsmaterial (getrennt von diesem verpackt) immer ein Begleitschreiben bei.

Dieses sollte neben Ihrer Adresse auch Angaben zum Tier (Alter, Rasse) und zur Krankheitsgeschichte (Vorbericht) enthalten.

Die vorberichtlichen Angaben (festgestellte Krankheitserscheinungen/Symptome, Krankheitsentwicklung, bei Bestandserkrankungen: Bestandsgröße, Anzahl der erkrankten oder gestorben Tiere) sind besonders wichtig, um eine zielgerichtete Diagnostik zu ermöglichen.

Verschiedene Untersuchungsanträge stehen unter folgendem Link zum Download bereit: Link

Aufbewahrung, Transport, Versendung

Grundsätzlich werden nur tote Tiere zur Untersuchung angenommen. Sofern es aus medizinisch-diagnostischer Sicht nötig erscheint und Belange des Tierschutzes dem nicht entgegenstehen, können Schweine bis 60 Kg ausnahmsweise lebend angeliefert werden.

Tote Tiere sollten möglichst schnell zur Untersuchung gelangen, da sie sich nach dem Tode zersetzen, was die Befunderhebung erschwert. Auch anderes diagnostisches Material sollte möglichst unverzüglich überbracht werden.

Die Tierkörper sollten gekühlt, aber nicht tiefgefroren aufbewahrt und transportiert werden. Der Transport kann selbst übernommen werden oder durch einen beauftragten Transporteur erfolgen. Dem Transporteur ist das Untersuchungsantäge/Begleitschreiben mitzugeben. Bei Versendung mittels Beförderungs-/Transportservice müssen die entsprechenden Beförderungsbedingungen beachtet werden. Fragen hierzu beantwortet das jeweilige Unternehmen.

Ein Tierkörper bzw. diagnostisches Untersuchungsmaterial ist immer als potentiell infektiös anzusehen. Er muss in jedem Falle so verpackt werden, dass eine Gefährdung von Personen und Umwelt auszuschließen ist. Der Bruch- und Auslaufsicherheit der Verpackung ist besonderes Augenmerk zu schenken.

Dauer der Bearbeitung

Ein vorläufiges Ergebnis der Obduktion eines Tierkörpers ist in der Regel am Tag der Einsendung abrufbar.

Generell gilt für die Untersuchung von Tierkörpern bzw. diagnostischem Material: Sobald eine Diagnosestellung möglich ist oder sobald sämtliche Untersuchungen abgeschlossen sind, wird der Befundbericht, ggf. vorab ein Zwischenbericht, unverzüglich von uns erstellt und schriftlich - falls bei Auftragserteilung gewünscht, auch per Fax - mitgeteilt. Gewöhnlich erhält der Auftraggeber den Befundbericht von der Untersuchung eines Tierkörpers innerhalb von etwa 8 Tagen nach Eintreffen des Untersuchungsmaterials im CVUA-MEL. Die Befundübermittlung zu Untersuchungsergebnissen von diagnostischem Probenmaterial (z. B. Blutproben) kann häufig in deutlich kürzerer Zeit erfolgen.

Eine genaue Angabe zur Bearbeitungszeit ist nicht möglich, da der Untersuchungsaufwand in jedem einzelnen Fall unterschiedlich ist. Sind besonders zeitaufwändige weiterführende Untersuchungen (z.B. langwierige Anzüchtungen von Erregern oder aufwändige zusätzliche feingewebliche Spezialfärbungen) erforderlich, kann die abschließende Diagnosestellung im Einzelfall auch länger dauern.

Auf den Menschen übertragbare Erkrankungen (Zoonosen-Verdacht)

Besteht Verdacht, dass das zur Untersuchung vorgesehene Tier an einer auf den Menschen übertragbaren Krankheit (Zoonose) erkrankt war, sollten die Kontaktpersonen auch unverzüglich ärztlichen Rat ersuchen.

Hinzuziehen eines praktischen Tierarztes

Es wird angeraten, bei Bestandserkrankungen oder Einzeltiererkrankungen tierärztliche Untersuchungen im Tierbestand/bei dem Einzeltier zu veranlassen. Oft sind die klinischen Befunde und erste (eventuell nur symptomatische) Maßnahmen entscheidend.

Insbesondere zu prüfen ist, ob rechtliche Regelungen, wie z. B. die Schweinehaltungshygieneverordnung, bestimmte Untersuchungen vorgeben.

Bei Tierseuchenverdacht (anzeigepflichtige Tierseuchen wie z.B. Schweinepest, Salmonellose der Rinder) muss vom Tierhalter das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt benachrichtigt werden.

Rechte am Tierkörper

Jeder Untersuchungsauftrag ist grundsätzlich immer auch mit Verzicht der Rechte am toten Tier verbunden. Eine Rückgabe des Tierkörpers oder von Tierkörperteilen ist nur in bestimmten Fällen (z. B. Kremierung)  und unter gewissen Voraussetzungen möglich. Nähere Informationen dazu können Sie bei uns einholen.