Die Herstellung von Bier ist durch mehrere nationale Rechtsvorschriften geregelt.
Die Unterscheidung der Biere erfolgt nach dem Stammwürzegehalt und durch die Eigenschaften der bei der Bierherstellung verwendeten Hefe.

Unter dem Stammwürzegehalt wird der vor der Gärung vorhandene Gehalt an löslichen, zuckerartigen Verbindungen verstanden; je höher der Stammwürzegehalt, desto kräftiger wird das Bier. Man unterscheidet folgende Gattungen:

Biergattung

Stammwürzegehalt

Bier mit niedrigem Stammwürzegehalt weniger als 7 %
Schankbier mindestens 7 % bis weniger als 11 %
Bier ohne eine andere in dieser Tabelle genannte Bezeichnung mindestens 11 % bis weniger als 16 %
Stark- oder Bockbier mindestens 16 %


Demnach besitzt die "normales" Bier, z.B. "Pils" einen Stammwürzegehalt von mindestens 11 %. Wie die Untersuchungen gezeigt haben, liegen die Gehalte bei diesem Biertyp zwischen 11 und 12 %.

Nach der Art und den Eigenschaften der verwendeten Hefe unterscheidet man zwischen untergärigem und obergärigem Bier. Bei untergärigem Bier (z. B. Pils) sammelt sich die Hefe im Verlauf der Gärung am Boden des Behälters an, während sich bei obergärigem Bier (z. B. Altbier) an der Oberfläche des Bieres eine Deckschicht aus Hefe bildet.

Deutsches Bier muss in der Regel nach dem sog. Reinheitsgebot hergestellt werden. Hiernach dürfen zur Herstellung von untergärigem Bier nur die Zutaten Gerstenmalz, Hopfen, Wasser und Hefe verwendet werden.

Für die Herstellung von ausländischem Bier gilt das Reinheitsgebot nicht, so dass auch andere Rohstoffe und Zusatzstoffe verwendet werden dürfen. Sie lassen sich durch entsprechende Angaben in dem für Bier grundsätzlich vorgeschriebenen Verzeichnis der Zutaten erkennen.

Unsere Untersuchung erstreckt sich auf die 

1. Sinnenprüfung:

Durch die Prüfung von Aussehen, Geruch und Geschmack wird festgestellt, ob das Produkt die typischen Merkmale aufweist und frei von wahrnehmbaren Fehlern ist. 

2. Chemische Prüfung:

Die chemisch-physikalische Untersuchung umfasst in der Regel folgende Merkmale:
• vorhandener Alkohol (Überprüfung der Angabe auf der Flasche) und
• Extraktstoffe (Zuckergehalt);
beides dient zur Überprüfung des jeweiligen Stammwürzegehaltes, ferner auf
• Konservierungsstoffe.

Die erweiterte Untersuchung kann sich auf andere Lebensmittelzusatzstoffe und ggf. nicht vorgesehene Rohstoffe beziehen. 

3. Mikrobiologische Prüfung:

Seit mehreren Jahren erfolgt eine verstärkte Kontrolle von solchen Proben, die direkt aus einer Schankanlage (in Gaststätten) entnommen wurden. Die Proben werden auf solche mikrobiologische Parameter überprüft, die für die Beurteilung der hygienischen Beschaffenheit des Bieres wichtig sind, wie z.B. die Ermittlung der
• aeroben Gesamtkeimzahl und des Gehaltes an
• Milchsäurebakterien,
• Colibakterien,
• Fremdhefen und
• Schimmelpilzen.