Spirituosen unterliegen weitgehend - ebenso wie Wein - gemeinsamen europäischen Rechtsnormen. Hiernach gilt als Spirituose die alkoholische Flüssigkeit, die

  • zum menschlichen Verbrauch bestimmt ist,
  • besondere organoleptische (= mit dem Geruchs- und Geschmackssinn erfassbare) Eigenschaften besitzt und - abgesehen von Eierlikör - einen Mindestalkoholgehalt von 15 %vol aufweist sowie
  • nach bestimmten vorgeschriebenen Verfahren bzw. entsprechend den festgelegten Begriffsbestimmungen gewonnen wird.
  • Getränke auf Weinbasis mit einem höheren Alkoholgehalt - Likörweine und aromatisierte Weine - fallen nicht unter das Spirituosenrecht.

Der Mindestalkoholgehalt einiger Erzeugnisse wie z. B. Rum, Whisky, Weinbrand, Obstbrand, Wodka und Likör ist für einzelne Gruppen festgelegt.

Für die vorgeschriebene Verkehrsbezeichnung gilt, dass Spirituosen, die den rechtlichen Vorgaben entsprechen, die in der Definition entsprechende festgelegte Bezeichnung tragen müssen (Verkehrsbezeichnung, z.B. Gin, Wodka, Korn). Alle anderen, nicht den Begriffsbestimmungen entsprechende Spirituosen müssen als "Spirituose" oder "alkoholisches Getränk" bezeichnet werden.

Unsere Untersuchung erstreckt sich auf die 

1. Sinnenprüfung

Durch die Prüfung von Aussehen, Geruch und Geschmack wird festgestellt, ob das Produkt die typischen Merkmale aufweist und frei von wahrnehmbaren Fehlern ist. 

2. Chemische Prüfung

Die chemisch-physikalische Untersuchung umfasst in der Regel folgende Merkmale:

  • Alkohol (Überprüfung des vorgeschriebenen Mindestgehaltes sowie der Angabe auf der Flasche)
  • Zucker (Überprüfung des vorgeschriebenen Mindestgehaltes)

Weiterhin können mit Hilfe der Feinanalyse produktspezifische Inhaltsstoffe bestimmt werden, z. B.

  • Begleitstoffe des Ethylalkohols, die vom verwendeten Rohstoff abhängig sind, wie u. a. Ethylacetat, Methanol, höhere Alkohole ("Fuselöl"), Ethylacetat (Überprüfung sowohl der für das Erzeugnis typischen Gehalte als auch der bei einigen Erzeugnisgruppen festgelegten Höchst- und Mindestgehalte),
  • Ethylcarbamat in Obstbränden (bei Ethylcarbamat handelt es sich um einen cancerogenen Stoff, der sich - insbesondere in Steinobstbränden - bei der Herstellung aus den natürlichen Bestandteilen bildet und nur durch bestimmte, in den letzten Jahren entwickelte Herstellungstechnologien minimiert werden kann),
  • Anteil an Fruchtsaftverwendung bei fruchtsafthaltigen Likören,
  • Eigehalt von Eierlikör.

Darüber hinaus untersuchen wir Spirituosen auf etwa verwendete Zusatzstoffe, beispielsweise auf künstliche Farb- und Aromastoffe. 

3. Mikrobiologische Prüfung

Bei Eierlikör mit einem Alkoholgehalt von nur 14 - 15 %vol erfolgt eine Kontrolle der mikrobiologischen Beschaffenheit. Die Befürchtung, dass Eierliköre aufgrund ihres niedrigen Alkoholgehalts durch krankheitsverursachende Keime (Salmonellen) belastet sein könnten, hat sich durch unsere mikrobiologischen Untersuchungen nicht bestätigt.

Siehe auch "Mikrobiologie".