Der weltweite Anbau und die Vermarktung gentechnisch veränderter Pflanzen und daraus gewonnener Erzeugnisse haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Hinsichtlich der Anbauflächen sind dabei vor allem gentechnisch verändertes Soja und gentechnisch veränderter Mais relevant.
Rohstoffe aus Soja und Mais sind die Basis für unzählige Lebensmittel und Futtermittel. Die Länder der EU führen jedes Jahr Sojarohstoffe aus Brasilien, den USA und Argentinien ein. Dort werden überwiegend gentechnisch veränderte Sojabohnen angebaut. Seinen Bedarf an Mais deckt Europa dagegen annähernd selbst. Im Vergleich zu Ländern wie den USA und Argentinien, in denen im größeren Umfang gentechnisch veränderter Mais angebaut wird, werden in Europa nur verhältnismäßig kleine Flächen mit gentechnisch verändertem Mais bestellt – allerdings mit zunehmender Tendenz.
Zur Überwachung des Einsatzes der Gentechnik werden im CVUA folgende Untersuchungen durchgeführt:

Untersuchung von Lebensmitteln und Futtermitteln auf gentechnische Veränderungen

Gentechnisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel unterliegen in der Europäischen Union einem strengen Zulassungsverfahren. Einige gentechnisch veränderte Mais- und Rapslinien und gentechnisch verändertes Soja sind bereits zur Verwendung in Lebensmitteln und Futtermitteln zugelassen. Die Verwendung dieser Zutaten muss gekennzeichnet werden. Für den Kennzeichnungstext sind Formulierungen wie „enthält genetisch veränderten…“ oder „genetisch verändert“ möglich. Zufällige oder technisch unvermeidbare Spuren von gentechnisch veränderten Bestandteilen sind von der Kennzeichnungspflicht befreit, wenn ihr Anteil weniger als 0,9 % beträgt.
Um die Einhaltung der Zulassungsbeschränkungen sowie der Kennzeichnungspflicht zu überprüfen, werden im CVUA Lebensmittel und Futtermittel auf das Vorhandensein gentechnischer Veränderungen überprüft. Für den Nachweis gentechnisch veränderter Bestandteile in Lebensmitteln hat sich in den letzten Jahren die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) als die Methode der Wahl durchgesetzt. Mit Hilfe dieses Verfahrens ist es möglich, DNA-Abschnitte gezielt zu vervielfältigen und somit weiteren Untersuchungen zugänglich zu machen. Das Nachweisverfahren setzt direkt dort an, wo die gentechnische Veränderung durchgeführt wurde, nämlich an der in das Erbmaterial neu eingebauten DNA.
Die Kontrollen zeigen, dass die Vorschriften zur Gentechnik-Kennzeichnung weitgehend eingehalten werden. Die wenigen Produkte, die den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 0,9 Prozent überschreiten, sind meist importierte Sojaerzeugnisse. Viele Lebensmittel enthalten aber Spuren von gentechnisch verändertem Soja oder Mais.

Untersuchung von Honig auf GVO-Pollen

Honig, der Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) enthält, darf in der Europäischen Union nur dann verkauft werden, wenn der Pollen über eine entsprechende Zulassung nach dem Gentechnikrecht verfügt und ist unter Umständen zu kennzeichnen. Das ist die Kernaussage des Anfang September 2011 vom Europäischen Gerichtshof gefällten Urteils, nach dem der Pollen als „Zutat“ von Honigen eingestuft wird. Damit weicht der Europäische Gerichtshof von der über Jahre etablierten Rechtspraxis ab, wonach Honig mit zufälligen Einträgen von GVO-Pollen keiner Zulassung bedurfte. Bisher liegen keine Hinweise vor, dass solche Pollen negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.
Durch das Urteil sind vor allem Auswirkungen auf Honig-Importe aus Ländern wie Kanada sowie Süd- und Mittelamerika zu erwarten, in denen gentechnisch veränderte Pflanzen bereits in größerem Stil angebaut werden. Da in Deutschland die Gentechnik in der Landwirtschaft kaum eine Rolle spielt, ist es nahezu ausgeschlossen, dass in Deutschland gewonnener Honig GVO-Pollen enthält.
Um eine einheitliche Vorgehensweise für die Probenahme und Untersuchung von Honig auf GVO-Pollen zu fördern, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Zusammenarbeit mit den Fachleuten aus den Bundesländern einen entsprechenden Leitfaden erstellt.
Im CVUA-MEL wurden in der Vergangenheit angesichts der unsicheren Rechtslage keine GVO-Untersuchungen an Honigen durchgeführt. Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs werden nun auch Honige routinemäßig auf gentechnische Veränderungen untersucht.

Untersuchung von Saatgut auf gentechnische Veränderungen

Verschiedene gentechnisch veränderte Raps- und Maislinien werden in den USA, Kanada, Argentinien und weiteren Drittstaaten bereits in großem Umfang angebaut, so dass eine Verunreinigung von konventionellem Saatgut mit gentechnisch veränderten Linien nicht ausgeschlossen werden kann. Im CVUA wird deshalb Jahr für Jahr konventionelles Saatgut vor der Aussaat auf Kontamination mit gentechnisch verändertem Saatgut überprüft wird. Bei den molekularbiologischen Untersuchungen wird dabei nach einem bundeseinheitlichen Konzept verfahren, dass auf dem Verfahren der PCR basiert.

Nähere Informationen zu gentechnisch veränderten Pflanzen, Lebensmitteln und Futtermitteln finden sich bei: Bundesinstitut für Risikobewertung, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und TransGen