Mykologie

Was sind Pilze?

Pilze sind einzellige Lebewesen (Mikroorganismen), sie gehören zu den Eukaryoten und besitzen eine Kernmembran. Wie die Pflanzen haben sie eine starre Zellwand, weisen aber kein Chlorophyll auf. Sie ernähren sich von organischen Kohlenstoff-Verbindungen. Gegen Antibiotika sind sie nicht empfindlich. Pilz-Zellen haben eine Größe von ca. 2-10 µm und sind mit dem Lichtmikroskop zu erkennen.

 

Anzucht von PilzenMorphologische Einteilung der Pilze

Pilze kommen in 2 morphologischen Formen vor:

- als einzelzellige Wesen: Hefen
- als langgestreckte, filamentöse, verzweigte und in der Regel septierte Form: Schimmelpilze

Die Filamente werden Hyphen genannt, ein Geflecht aus Hyphen heißt Mycel.

Solche Schimmelpilz-Mycele kann man manchmal mit bloßem Auge auf Lebensmitteln (z.B. Marmelade, Milchprodukte oder Obst) beobachten.

Einige Pilze sind in der Lage, besondere große Fruchtkörper zu bilden: die teilweise essbaren Hutpilze.

Wieder andere Arten können sowohl in der Hefe- und als auch in der Mycelform vorkommen: man bezeichnet sie als dimorphe Pilze.

 

Pilzarten

Von den über 100 000 beschriebenen Pilzarten kommen nur etwa 100 Arten regelmäßig als Krankheitserreger bei Mensch und Tier vor. Ca. 200 bis max. 2000 weitere Arten können als fakultativ pathogene Pilze in vorgeschädigten Organismen oder Geweben krankhafte Veränderungen hervorrufen.

Einige Pilze sind in der Lage, Toxine zu bilden, die dann, nach Aufnahme mit der Nahrung, Vergiftungen hervorrufen können.

 

Untersuchungsspektrum

Es werden Proben auf Pilze untersucht, die als Krankheitserreger für Tier oder/und Mensch in Frage kommen.

Im Wesentlichen sind dies in unserer Region bei den Hefen einige Candida- und Cryptococcus- Arten, die pathogenen Hautpilze (aus den Gattungen Trichophyton und Microsporum), einige Erreger von Systemmykosen (z.B. Aspergillus) und eine größere Zahl von fakultativ pathogenen Hautpilzen (z.B. aus den Gattungen Scopulariopsis, Paecilomyces, Sporothrix, Acremonium...)

 

Krankheitsbilder durch Pilzinfektionen

  • Oberflächliche Haut-/Schleim-haut-Mykosen

    Die Pilze leben auf und von Substanzen der obersten Hautschicht.

  • Haut-Mykosen

    Die Pilze können in lebendes Gewebe eindringen als

    • "ringworm": die klassische Hautpilzinfektion.
      Sie äußert sich in ringförmiger Veränderung der Haut, die sich allmählich ausbreitet. Die Haut wird schuppig, rötet sich am Rand und ist am Rand erhaben.
    • Onychomykose: chronische Infektion von Nagelbett und Nagel/Kralle.
  • Unterhaut-Mykosen

    Meist in den Tropen vorkommende lokale, traumatische Infektion mit meist chronischem Verlauf und Bildung von subkutanen Granulomen und Zysten.

  • System-Mykosen

    System-Mykosen treten meist bei immungeschwächten Tieren und Menschen auf. Infektionsort ist oft die Lunge nach Einatmen, die Darmschleimhaut nach Abschlucken oder ein traumatisiertes Gewebe, wo der Pilz von außen hineingelangt oder mit kontaminiertem chirurgischem Gerät hineingebracht wird.
    Die Infektion kann auf ein Organ beschränkt bleiben oder sich auf Nachbarorgane (häufig z.B. Lunge und Luftsäcke bei Vögeln) oder über die Blutbahn (Sepsis) ausbreiten.
    Daneben spielen Pilze als Allergene und einige durch ihre Mykotoxine eine medizinisch bedeutsame Rolle.

Nachweis von Pilzen

Die Pilze werden auf verschiedenen Nährmedien bei verschiedenen Temperaturen angezüchtet. Die Differenzierung erfolgt aufgrund von morphologischen Merkmalen unter dem Lichtmikroskop. Hierzu werden die charakteristischen sexuellen oder asexuellen Vermehrungsformen benötigt.

 

Untersuchungsdauer

Da Pilze vergleichsweise langsam wachsen (besonders die eigentlichen Hautpilze) und erst nach einer bestimmten Zeit sporulieren (Vermehrungsformen bilden), können die Anzucht und Differenzierung (bes. bei vorgeschädigten Pilzen) durch Voranreicherung, Subkultivierung und/oder Anlegen einer Mikrokultur mehrere Wochen in Anspruch nehmen.