| Obst, Gemüse und Pilze |
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ObstBelastungen mit Nitrat und Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber sind bei Frischobst von geringer Bedeutung, hier stehen mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, die ggf. direkt mit der Frucht in Berührung kommen, im Vordergrund. Insbesondere bei Zitrusfrüchten ist der Pflanzenschutz am Baum vor der Ernte und die Oberflächenbehandlung der Schale nach der Ernte zum Zwecke der Konservierung zu unterscheiden. Die dazu legal verwendeten Substanzen o-Phenylphenol und Thiabendazol müssen beim Verkauf kenntlich gemacht werden. Leider zeigen unsere Untersuchungen immer wieder, dass dieser Kenntlichmachungspflicht nicht nachgekommen wird oder sogar als "unbehandelt" gekennzeichnete Früchte diese Auslobung zu Unrecht tragen.
TrockenobstTrockenobst weist eine besondere Anfälligkeit gegen tierische Schädlinge, insbesondere Milben, auf. Daher werden diese Lebensmittel auch einer mikroskopischen Untersuchung auf Milbenbefall unterzogen. Häufig sind diese winzigen Spinnentiere kaum von Zuckerkristallen zu unterscheiden, die sich gelegentlich auf der Fruchtoberfläche bilden. Einige Trockenobstsorten, z. B. Pflaumen, werden in den letzten Jahren "essfertig", d.h. mit einer weichen Konsistenz durch höheren Wassergehalt, angeboten. Da hier die konservierende Wirkung des Wasserentzugs geringer ist, werden diese Produkte häufig durch den chemischen Konservierungsstoff Sorbinsäure haltbar gemacht. Diese Behandlung ist zulässig; im Labor wird die sachgerechte Verwendung und Deklaration des Zusatzstoffes überprüft. Bei hellen Früchten wie Aprikosen und Apfelringen ist ein Erhalten der typischen Farbe und damit die Herstellung eines optisch ansprechenden Produktes durch Schwefelung zu erreichen. Insbesondere bei Aprikosen kommt es immer wieder zu Überschreitung der gesetzlichen Höchstmenge an Schwefeldioxid.
GemüseManche Gemüsesorten haben von Natur aus die Eigenschaft, Substanzen zu speichern, die aus Ernährungssicht unerwünscht sind. So enthalten einige Blattgemüse wie Blattsalat, Feldsalat oder Spinat vergleichsweise große Konzentrationen an Nitrat, die auch durch kontrollierte Düngung nur in gewissen Grenzen beeinflussbar sind. Europaweit festgesetzte Grenzwerte sollen vor zu großer Nitratbelastung durch den Verzehr dieser Gemüse schützen und die gute landwirtschaftliche Praxis fördern. Derzeit sind Grenzwerte für Spinat, Kopfsalat und Eisbergsalat festgelegt. Kritisch beobachtet wird europaweit die Belastungssituation bei Feldsalat und Rucola (Rauke), um entscheiden zu können, ob hier weitere Höchstmengenregelungen erforderlich sind. Die gelegentlich feststellbaren Höchstmengenüberschreitungen betreffen hauptsächlich außerhalb der eigentlichen Saison geerntetes Gemüse, z.B. Treibhaussalat.
PilzePilze hingegen speichern in ihren Fruchtkörpern, die wir verzehren, Schwermetalle (z.B. Cadmium) und auch radioaktive Isotope bestimmter Elemente, wie sie z.B. nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl in die Umwelt gelangten (z.B. Cäsium-137). Belastungen sind hier bei Wildpilzen (z.B. Steinpilze, Pfifferlinge) zu beobachten; Zuchtpilze, wie die meisten Champignons oder auch Austernpilze, sind durch den Anbau unter kontrollierten Bedingungen nahezu unbelastet. Die Haltbarmachung bei Obst und Gemüse erfolgt im Wesentlichen durch physikalische Verfahren wie Tiefkühlung, Sterilisieren in Konserven oder Trocknung. Traditionelle chemische Verfahren wie Einsalzen und Säuern sind nur noch in Einzelfällen von Bedeutung (z.B. Sauerkraut). |
Obst und Gemüse bereichern sowohl frisch als auch in konservierter bzw. verarbeiteter Form unseren Speiseplan.